Galerie Märzhase

Eröffnungsaustellung: " Im Namen des Hasen"

Fotos: Martina Hörle

20.05. 2022

 

Auszug aus dem Artikel von Martina Hörte, Solingenmagazin 24.05. 2022

 

Der vier Meter hohe, weiße Hase auf der Wiese war schon von weitem sichtbar. Am Freitag eröffnete die Galerie Märzhase in den Güterhallen ihre Pforten. „Im Namen des Hasen“ war das Motto des Eröffnungsabends, und um Hasen ging es natürlich auch an diesem Abend. Von wahren Riesen bis zur batteriebetriebenen Werbeikone – Hasen, so weit das Auge reichte. Man wollte einen fröhlichen und entspannten, aber keinesfalls ernsten, Blick auf die Kunst werfen, die Darstellungen des Hasen durch die Epochen der Kunstgeschichte beleuchten und die eine oder andere Hommage lächelnd betrachten.

 

Märzhase – die etwas andere Galerie

 

Der Monitor, auf einem Sockel schräg gegenüber der Theke, gewährte in einer Dauerschleife Einblicke auf den Hasen in der Kunst. In dem 8-Minuten-Clip von Karen Ulrich gab es viele Ausschnitte zu sehen, wie beispielsweise den riesigen, rosafarbenen Strickhasen auf dem Gipfel des 1.600 Meter hohen Colletto Fava in Piemont. Man kann ihn sogar aus dem Weltraum erkennen. Ursprünglich sollte er 20 Jahre dort bestehen bleiben. Doch die Witterung hat ihn schon vorher zerstört.

 

„Der Hase steht ja für Leben und Fruchtbarkeit“, so Karen Ulrich. Es gibt wohl nur wenige Künstler, die sich nicht mit ihm als Thema beschäftigt haben. Auch Beuys hatte schon in den 60er Jahren in einer spektakulären Aktion mit dem Hasen auf sich aufmerksam gemacht.

 

Das ist es, was Karen Ulrich und Michael Boeck in und mit dieser Galerie beabsichtigen: Begegnung mit der Kunst für die, die affin dafür sind und ebenso für die, die noch keinen Draht dazu haben. Dabei geht es nicht um einen wissenschaftlichen Blick auf die Kunstgeschichte, sondern um den Spaß an der Sache. Davon zeugt schon der gewählte Namensgeber – der Märzhase, eine fiktive Figur aus Lewis Carrolls Roman „Alice im Wunderland“. Der Name ist eine Anspielung auf die im Englischen bekannte Redewendung „mad as a march hare“, was so viel wie „schon ganz schön verrückt“ bedeutet. Figuren der Erzählung, wie zum Beispiel die Grinsekatze, der Märzhase und der verrückte Hutmacher, oder einzelne Episoden, wie die Teegesellschaft, in die Alice hineingerät, wurden in der Kunst, vor allem in der Popkultur, immer wieder aufgegriffen und zitiert.

 

Auch künftig leicht schräger Spirit

 

Kultstatus hat auch der trommelnde rosa Hase auf dem Sims, bei dem man automatisch auf das Versagen der Batterie wartet. Daneben weist ein Filmplakat des Psychothrillers Donnie Darko auf die dunkle Seite des Hasen hin. Werke der Künstlerin Nadine Gabriel hängen neben einem Hasenkopf von Sylvia Knust-Schubert. In Anlehnung an den Trickfilm „Yellow Submarine“ und die Blaumiesen, die in freundliche Wesen verwandelt werden, ist der blaue Hase an der Eingangstür übersät mit Herzen. Die Skulptur steht als Hommage für Art Director Heinz Edelmann.